Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Schraps zum Produktionsstopp bei k+s:

„Arbeitsplätze dürfen nicht vom Pegelstand der Flüsse abhängen“

„Der erneute Produktionsstopp beim Salz- und Düngemittelhersteller k+s zeigt, dass die Einleitung von salzhaltigen Abfällen in Flüsse kein Zukunftskonzept ist. Es ist ein Desaster, dass die Kali-Kumpel erneut unter Kurzarbeit und Zukunftsängsten leiden müssen. Die Mitarbeiter verdienen Planungssicherheit durch nachhaltige und umweltschonende Entsorgungsstrategien, damit Arbeitsplätze nicht vom Pegelstand der Flüsse abhängen“, erklärt der heimische Bundestagsabgeordnete Johannes Schraps. Dazu tauschen sich die Weser-MdBs in der kommenden Sitzungswoche des Bundestages mit dem Vorstand von k+s aus.

„Die Einleitung in die Werra und Weser als Hauptentsorgsweg für salzhaltige Abwässer ist nicht mehr zeitgemäß. Klimawandel und lange Dürreperioden sind nur ein weiteres Argument. Nachdem es bereits 2016 und 2017 Produktionsunterbrechungen wegen Trockenheit gab, müssen die Verantwortlichen den eingeschlagenen Weg noch konsequenter fortsetzen und auf moderne Techniken setzen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit allen Beteiligten eine Lösung finden, die Arbeitsplätze sichert, die Umwelt schont und die Wirtschaft berücksichtigt“, macht Schraps deutlich.

„Pipelines sind keine Option, weil sie die Probleme nur regional verlagern. Weser und Werra leiden gleichermaßen seit Jahren unter niedrigen Pegelständen. Zwischen der Oberweser-Region und den Edersee-Anliegern gibt es bereits seit Jahren eine Diskussion um das wenige Wasser“, erläutert der Weser MdB Schraps. Gibt der Edersee Wasser ab, um die Schifffahrt auf der Weser zu gewährleisten, hat dies wiederum Auswirkungen auf den Tourismus am Edersee. In diesem Jahr musste die Schifffahrt auf der Weser eingestellt werden, weil der Edersee so leer wie nie ist.

Hintergrund: Das Thema „Weserversalzung“ begleitet und betrifft alle Weseranrainer bereits seit vielen Jahre. Während viele Flüsse in Deutschland durch vielfältige (Schutz-)Maßnahmen im Laufe der letzten drei Jahrzehnte wieder eine hohe Wasserqualität erreicht haben, bleibt die Weser ein versalzenes Sorgenkind. Die Salzbelastung gefährdet weiterhin die Gesundheit und die Lebensqualität der Anrainer. Auswirkungen sind ein stark angegriffenes Ökosystem und ein Versalzen des Grundwassers. Die niedrigen Pegelstände aufgrund der langanhaltenden Trockenheit machen diese Problematik in diesem Jahr noch deutlicher.