Alina Schilcher aus Boffzen – 2018

Seit Anfang August ist Alina Schilcher aus Boffzen über das Parl. Patenschaftsprogramm in den USA. Zu den ersten Eindrücken hat sie mir einen kurzen Bericht geschickt, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Seit einer Woche befinde ich mich jetzt schon auf amerikanischen Boden und es ist super hier!

Am Mittwoch, den 08.08.2018 ging es morgens früh um 5 Uhr nach einer fast schlaflosen Nacht in Frankfurt los zum Flughafen. Dort angekommen, trafen wir uns mit den anderen Austauschschülern der Organisation und wurden in verschiedene Gruppen eingeteilt – je nachdem, wer zu welchem amerikanischen Flughafen fliegen sollte. Unsere „LA-Gruppe“ bestand aus 34 Leuten.  Mit denen und einer Begleiterin sind wir zunächst zusammen durch das Check-in und die Sicherheitskontrolle gegangen. Auch haben wir gemeinsam auf unser Boarding gewartet, das erst über eine Stunde verspätet endlich begann. Wir nutzten die Zeit uns über das, was uns in der USA wohl erwarten würde, auszutauschen. Wir waren alle ganz schön aufgeregt und gespannt.

Der Flug an sich verlief echt gut, aber als wir dann nach 12 Stunden gelandet sind waren wir wirklich froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Doch waren wir auch mächtig gespannt, wie es nun für uns weiter gehen würde, denn wir wussten nicht, was uns erwartet. In Deutschland hatten wir darüber bisher noch keinerlei Informationen erhalten. Es hieß nur, ab LA ist die amerikanische Organisation von AfS für uns zuständig…. Naja, zunächst mussten wir nach der Landung dann erst einmal durch den Immigration-Check und die Zollkontrolle bevor wir dann die amerikanischen Betreuer trafen. Wir, die in Richtung Phoenix weiterreisen sollten, verabschiedeten uns von den anderen der Gruppe, weil es für uns mit dem Flieger gleich weiter nach Phoenix gehen sollte. Ja, richtig „gleich weiter gehen“ sollte…. Pustekuchen, wir durften gleich einmal selber spüren was für Auswirkungen die Sandstürme in Phoenix haben: Wir mussten zunächst warten, bis wir endlich in unseren Flieger durften und als wir dann endlich drin waren und es losgehen sollte, mussten wir sogar wieder vom Rollfeld runterfahren, weil wegen des Sandsturmes unserem Flieger keine Starterlaubnis erteilt wurde bzw. sie erst erteilt und dann wieder zugezogen wurde. Irgendwann ging es dann endlich doch los in Richtung Phoenix über das nächtlich wunderschön beleuchtete LA.

Angekommen in Phoenix wurden wir ganz herzlich von dem Team dort begrüßt und es ging mit typisch amerikanischen Autos zu einem Hotel, wo wir die Nacht verbrachten. Wir waren froh nach so einer langen Zeit endlich entspannt in einem bequemen Bett schlafen zu können.

Am nächsten Tag bekamen wir Vorort einige wichtige Informationen für die kommende Zeit und den Aufenthalt in der USA. Mittags wurden wir von unseren Gastfamilien im Hotel abgeholt. Mein Gastvater JP hat mich abgeholt und wir fuhren die knapp drei Stunden nach Flagstaff. Die Hitze in Phoenix, die uns am Vorabend, als wir das Flughafengebäude verließen, entgegenkam, verschwand mit den Höhenmetern, die wir nun machten. Auch veränderte sich die Vegetation merklich: Erst wurden es weniger von den riesigen Kakteen, die an den Straßenrändern wuchsen, immer mehr kleine Kakteen und ein paar Büsche waren zu sehen und als wir dann schließlich die 2150m erreicht hatten, auf denen Flagstaff liegt, waren sogar Bäume am Straßenrand und in der Landschaft zu sehen.

Zuhause angekommen lernte ich gleich Logan, meinen Gastbruder, kennen, der gerade von der Schule kam. Später lernte ich meine Gastmutter Mary kennen. Wir aßen gemeinsam zu Abend und unterhielten uns noch lange. Ich muss sagen das mit dem Englisch klappt ganz gut – ich verstehe das Meiste und ja, das Sprechen macht mir auch nicht so viele Probleme wie ursprünglich gedacht.

Am nächsten Morgen bin ich gemeinsam mit meinem Gastvater zur Coconino Highschool in Flagstaff gegangen, habe mir die Schule angeschaut und meine Fächer gewählt. Meine Fächer für das nächste Jahr sind Anatomy & Physiology, World History/ Geography, Algebra 2 AP, Physics AP, Englisch und Recreational Sport. Die Fächer machen alle mega Spaß und mit meinen Mitschülern und Lehrern komme ich auch gut klar!

Und schon war auch das erste Wochenende da…. Zunächst stand ein Ausflug zum nahegelegenen Walnut Canyon an und anschließend lud mich meine Familie ein, mit ihnen und Freunden außerhalb von Flagstaff auf einem Berg zu campen. Es war total toll dort: Wir hatten echt eine super Aussicht, nicht nur auf die anderen Berge und die Umgebung, sondern auch auf den Sternenhimmel. Es war der schönste Sternenhimmel, den ich je gesehen habe. Unzählige Sterne, die wunderschöne und super gut sichtbare Milchstraße, richtig viele Sternschnuppen und sogar ein paar andere Planeten. Diesen Abend werde ich bestimmt für immer in Erinnerung behalten.

Außerdem konnte ich an diesem Abend schon viele Einblicke zum Thema „typisch amerikanisch“ kennenlernen, ob es die amerikanischen Lieder am Lagerfeuer waren oder verschiedene amerikanische Sichtweisen zu den unterschiedlichsten Themen, wie z.B. welche High-School die coolere ist oder wer das anstehende Football Match gewinnen wird.

Am darauffolgenden Montag war dann mein erster Schultag. Es war echt eindrucksvoll, so viele verschiedene amerikanische Typen zu sehen, die Guys mit ihren Cowboystiefeln und den riesen Gürtelschnallen oder auch die Native Americans die aus den Reservaten teilweise zwei Stunden zur Schule fahren. Natürlich waren auch die Superfreundlichen, die alles mit „amazing“ und „awesome“ betitelten, dabei. Mein Sportlehrer, Coach V, ist typischer amerikanischer High-School Sport Coach.

Mein Unterricht war echt cool. Doch lernte ich auch schnell Unterschiede zum deutschen Schulsystem kennen: hier bekommen die Schüler generell viel mehr Hausaugaben auf und sind gefordert, nahezu jede Hausaufgabe abzugeben. Auch ist es ein Unterschied zu Deutschland, dass in den meisten Kursen Schüler aus allen vier High-School Jahrgängen sitzen und man jeden Tag den gleichen Stundenplan hat. Alles in Einem kann ich sagen, dass mir der erste Schultag dort sehr viel Spaß gemacht hat und ich von allen echt lieb und herzlich aufgenommen wurde. Auch haben alle immer mehrfach nachgefragt, ob sie meinen Namen richtig aussprechen… das war schon komisch, weil ich das normal nicht gewohnt bin.

Den heutigen Tag habe ich nach der Schule mit ein paar andern Jugendlichen aus meinem Sportkurs in einem Sportzentrum verbracht, danach ging es an die Hausaufgaben und an einen ersten Bericht an Dich. Ich freue mich echt riesig darüber hier sein zu können und dieses Auslandsjahr in der USA zu absolvieren.

Vielen Dank noch einmal, dass Du für mich die Patenschaft für dieses Auslandsjahr übernommen hast und mir somit diese Erlebnisse ermöglichst!

Liebe Grüße und bis dann