Austauschschüler Joshua Lewis aus den USA acht Monate im Weserbergland

Programm-Betreuerin Mareike Schacht von GIVE, Bundestagsabgeordneter Johannes Schraps, PPP-Stipendiat Joshua Lewis und Gastmutter Waltraud Schwider (von links)

Der 17-jährige Joshua Lewis aus Lewiston im Bundesstaat Idaho war seit August 2019 als Austauschschüler bei Familie Schwider in Emmerthal zu Gast. Als heimischer Bundestagsabgeordneter hatte Johannes Schraps (SPD) für den jungen Mann aus dem Norden der USA die Patenschaft für den Aufenthalt im Weserbergland übernommen. Wie viele weitere Austauschprogramme wurde auch das Parlamentarische Patenschafts Programm (PPP), der bereits seit 1983 bestehende Jugendaustausch des Deutschen Bundestages mit dem US-Kongress, aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Corona Virus nun vorzeitig abgebrochen.

Gemeinsam mit seiner Gastfamilie und Betreuerin Mareike Schacht von der zuständigen Austauschorganisation “Gesellschaft für internationale Verständigung“ (GIVE) hatte sich Joshua Lewis im Februar mit Schraps in Hameln getroffen und von seine Erfahrungen in Deutschland berichtet. Lewis berichtete, dass er durch sein musikalisches Talent in der Schule sehr schnell Anschluss gefunden habe und während der Schulzeit in Hameln auch in der Schulband des Viktoria-Luise-Gymnasiums mitspielte. Seine Gastfamilie hatte dem geschichtsinteressierten jungen Amerikaner während seines Aufenthaltes zahlreiche Ausflüge zu den unterschiedlichsten historischen Burgen, Schlössern und Denkmälern ermöglicht. Im Weserbergland war er insbesondere vom Schloss Hämelschenburg begeistert. Schraps dazu: „Es macht mich sehr stolz, dass sich Joshua hier bei uns im Weserbergland offensichtlich sehr wohl gefühlt hat und dass er großes Interesse für unser Land mitbringt. Dass er – genau wie ich – auf das Vikilu in Hameln zur Schule gegangen ist, freut mich natürlich ganz besonders.“ Für ein amerikanisches Schulprojekt hatte Joshua Lewis zudem ein Interview vorbereitet, bei dem Johannes Schraps ihm zu insgesamt 20 Fragen aus dem privaten wie beruflichen Kontext als Bundestagsabgeordneter Rede und Antwort stand.

Bereits am 18. März 2020 sind alle Teilnehmer des Patenschafts-Programms wieder in die USA zurückgereist. Eigentlich war der Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland regulär bis zum 23. Juni geplant.

Der heimische Bundestagsabgeordnete Johannes Schraps bedauert den vorzeitigen Programmabbruch, betont aber, dass die Gesundheit eines jeden einzelnen in der aktuellen Situation natürlich im Vordergrund steht. „Ich hatte den Eindruck, dass Joshua in den vergangenen Monaten in Deutschland eine tolle Zeit hatte und hoffe, dass er ganz viele positive Erfahrungen sammeln konnte, die er mit zurück in die USA nimmt. Ich möchte mich ganz herzlich bei der Gastfamilie Schwider aus Emmerthal und der Betreuerin Mareike Schacht für ihr Engagement bedanken. Ohne diese Bereitschaft ist ein solcher Austausch nicht möglich und es werden auch jedes Jahr Gastfamilien für Austauschschüler gesucht.“

Hintergrund: Im September 1983 vereinbarten der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika und der Deutsche Bundestag einen beidseitigen Jugendaustausch, das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP). Anlass hierzu war der 300. Jahrestag der ersten deutschen Einwanderung nach Amerika. Ziel des PPP ist es, ein Netzwerk persönlicher Verbindungen zwischen jungen Menschen in den USA und in Deutschland zu knüpfen, um gemeinsame politische Wertvorstellungen zu festigen und unterschiedliche Lebensweisen im anderen Land kennenzulernen. Dafür ermöglicht das PPP-Stipendium Schülerinnen und Schülern sowie jungen Berufstätigen einen jeweils im Sommer beginnenden einjährigen Aufenthalt in den USA. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten leben in der Regel in Gastfamilien. Die Stipendiaten sind in dieser Zeit Junior-Botschafter. Im Alltag lernen sie, was Deutschland und die USA verbindet und unterscheidet. Sie leben, lernen und arbeiten in einer fremden Kultur, erweitern ihren Horizont durch persönliche Erfahrungen und leisten so einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Verständigung zwischen jungen Deutschen und Amerikanern. Bundestagsabgeordnete betreuen sie in der Zeit des Stipendiums als Paten – daher auch der Name des Programms. Die Abgeordneten sind persönliche Ansprechpartner, stellen ihre „Patenkinder“ der Öffentlichkeit vor, laden sie zu politischen Veranstaltungen ein und machen die jungen US-Amerikaner mit dem politischen Leben in Deutschland bekannt. Höhepunkt ihres Deutschlandjahres ist jeweils der „Berlin-Tag“ mit einem Besuch des Bundestages, bei dem sie vom Schirmherrn des Programms, Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble, empfangen werden. Leider musste dieser Tag aufgrund der Corona-Situation in diesem Jahr entfallen.